Samhain 2026 und Halloween: Bedeutung, Bräuche und Räucherkräuter
Aktualisiert: vor 2 Tagen
Samhain (gesprochen „Sau-in“) markiert das Ende des Sommers und den Beginn der dunklen Jahreszeit. Es ist ein altes keltisches Fest, das heute oft in einem Atemzug mit Halloween genannt wird. Seine Wurzeln reichen aber viel tiefer, in den Jahreskreis und in unsere Verbindung zur Natur.
In diesem Beitrag erfährst du, woher Samhain kommt, was es mit Halloween zu tun hat und welche Wildpflanzen in dieser Zeit gesammelt und genutzt wurden: für Küche, Gesundheit und Rituale.

Was ist Samhain?
Samhain ist eines der vier großen keltischen Jahreskreisfeste. Gefeiert wird vom Sonnenuntergang am 31. Oktober bis zum 1. November. Der Name wird meist mit „Sommerende“ übersetzt, und genau das ist es: ein Wendepunkt.
Mit Samhain beginnt die dunkle Jahreshälfte. Die Natur zieht sich zurück, Tiere suchen Schutz, und auch wir Menschen sind eingeladen, zur Ruhe zu kommen, nach innen zu blicken und das Loslassen zu üben.
Die Bedeutung von Samhain
Tor zur Anderswelt: Es heißt, in dieser Nacht sei der Schleier zwischen den Welten besonders dünn. Die Ahnen und die Geister sollen näher sein als sonst.
Neubeginn: Im keltischen Jahreskreis gilt Samhain als Beginn des neuen Jahres.
Wandlung: Eine gute Zeit für innere Einkehr, Rückblick und bewusstes Loslassen.
Samhain und Halloween: Was ist der Unterschied?
Halloween hat seinen Namen von „All Hallows’ Eve“, dem Abend vor Allerheiligen. Als die Kirche Allerheiligen auf den 1. November legte, fiel es mit dem alten Samhain-Fest zusammen. Viele Bräuche wanderten später mit irischen Auswanderern nach Amerika und kamen als Halloween zu uns zurück: mit Kürbissen, Kostümen und Süßigkeiten.
Samhain dagegen ist kein Fest des Schreckens. Es ist ein Fest des Übergangs, der Dankbarkeit für die Ernte und der Erinnerung an die, die vor uns da waren.
Alte Bräuche rund um Samhain
Vieles, was wir heute über Samhain wissen, stammt aus alten irischen Erzählungen und aus dem Volksbrauch späterer Jahrhunderte. Einige Bräuche, die überliefert oder wiederentdeckt wurden:
Ahnenrituale: Ein Platz am Tisch blieb für die Verstorbenen frei. Kerzen im Fenster wiesen ihnen den Weg.
Räuchern mit Wildpflanzen: Kräuterbündel aus Beifuß oder Wacholder reinigten Haus und Seele. Heute nimmt man oft auch Salbei dazu.
Orakel und Träume: Man versuchte, durch Träume oder kleine Rituale in die Zukunft zu blicken.
Speisen teilen: Speisen wurden für die Ahnen bereitgestellt oder dem Feuer übergeben.
Heute werden Samhain-Rituale oft neu gedeutet: als Meditation, als Räucherritual oder als Abend in der Naturküche.

Wildpflanzen im Zeichen von Samhain
Der Spätherbst ist die Zeit, in der viele Pflanzen ihre letzten Gaben des Jahres schenken: als Wurzel, Beere oder getrocknetes Kraut. Früher wurden sie gesammelt, haltbar gemacht und zu Heilmitteln, Räucherwerk und Speisen verarbeitet.
1. Beifuß (Artemisia vulgaris)
Ritualpflanze für Schutz, Reinigung und Übergänge.
Wird zu Räucherbündeln gebunden oder als Tee bei Verdauungsbeschwerden verwendet.
Enthält Bitterstoffe, ätherische Öle und Thujon. Eine mächtige Pflanze.
Wichtig: In der Schwangerschaft nicht verwenden. Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte vorsichtig sein.
2. Wacholder (Juniperus communis)
Räucherwerk zur Reinigung und zum Schutz vor schweren Energien. Er sorgt für einen klaren Geist.
Die Beeren wirken harntreibend und keimhemmend und gehören in viele Wildgerichte.
Enthält Terpene, ätherisches Öl und Gerbstoffe.
Wichtig: Nicht in der Schwangerschaft und nicht bei Nierenerkrankungen. Als Tee nur kurzzeitig anwenden.
3. Eberesche / Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Wurde früher als magischer Baum gegen Geister und Dämonen verehrt.
Die Beeren werden nach dem Erhitzen zu Gelee oder Likör.
Enthält Parasorbinsäure, die beim Erhitzen umgewandelt wird. Darum roh meiden.
4. Engelwurz (Angelica archangelica)
Die Wurzel wirkt wärmend, verdauungsfördernd und stärkend. Perfekt zum Räuchern.
In Elixieren und Kräuterlikören. Früher galt sie als „Schutzpflanze gegen das Böse“.
Enthält ätherisches Öl, Bitterstoffe und Cumarine.
Wichtig: Die Echte Engelwurz wächst bei uns selten wild, häufiger ist die Wald-Engelwurz. Beide sind Doldenblütler und können mit giftigen Verwandten verwechselt werden. Sammle sie nur, wenn du sie sicher bestimmen kannst. Der Pflanzensaft kann die Haut lichtempfindlich machen.
5. Schlehe / Schwarzdorn (Prunus spinosa)
Im Volksglauben eine Schutzhecke. Ihre dichten Dornen sollten Unheil fernhalten.
Die Früchte werden nach dem ersten Frost milder und lassen sich zu Mus, Saft, Likör oder Schlehen-Gin verarbeiten.
Enthält Gerbstoffe, Fruchtsäuren und Anthocyane.
Wichtig: Die Kerne enthalten Amygdalin. Beim Verarbeiten nicht zerkleinern, sondern die Früchte ganz ansetzen oder vorher entsteinen.
Ob als Räucherwerk zur Reinigung, als Tee zur Stärkung oder als Ritualpflanze zum Loslassen: Beifuß, Wacholder, Schlehe & Co. verbinden uns mit altem Naturwissen. Sie erinnern uns daran, dass Rückzug kein Verlust ist, sondern ein notwendiger Teil des Kreislaufs.
Wenn wir sie mit Achtsamkeit sammeln und nutzen, schenken sie uns nicht nur körperliches Wohlbefinden, sondern auch eine seelische Verbindung mit der Natur.
Mehr über die Schätze unter der Erde findest du in meinem Beitrag Wurzeln sammeln wie unsere Vorfahren. Und wie du die Nachtkerzenwurzel im Herbst sammelst, zeige ich dir hier.
Samhain feiern: 3 einfache Rituale für zu Hause
Ein Räucherritual: Räuchere ein kleines Bündel Beifuß oder ein paar Wacholdernadeln. Geh damit durch die Räume und lass das alte Jahr bewusst gehen.
Ein Platz für die Ahnen: Stell eine Kerze ins Fenster oder deck einen Platz mehr am Tisch. Erzähl dir oder deiner Familie eine Geschichte von jemandem, der vor dir da war.
Ein Abend in der Naturküche: Koch dir ein Gericht aus Wurzeln oder öffne ein Glas Vogelbeer-Gelee. Schmeck ganz bewusst hin, was der Herbst dir geschenkt hat.

Nimm dir Zeit für die Stille der Natur
Erlebe die Magie des Wandels:
Sammle Wildpflanzen mit Achtsamkeit, verräuchere sie im Ritual, koch dir einen Tee aus ihren Blättern, Beeren oder Wurzeln, und riech und schmeck ganz bewusst hin.
Die feinen Düfte der Pflanzen steigen durch deine Nase direkt ins limbische System, das Zentrum deiner Gefühle und Erinnerungen. Dort wirken sie beruhigend, ordnend und verbindend. Ein tiefer Atemzug Beifuß oder Wacholder genügt manchmal, um die Gedanken zu klären und dich wieder mit dir selbst und der Erde zu verwurzeln.
Spüre, wie die Natur dich trägt, auch in der Dunkelheit.
Häufige Fragen zu Samhain
Wann ist Samhain?
Samhain wird vom Sonnenuntergang am 31. Oktober bis zum 1. November gefeiert.
Was bedeutet Samhain?
Der Name wird meist mit „Sommerende“ übersetzt. Das Fest markiert den Übergang in die dunkle Jahreshälfte und gilt im keltischen Jahreskreis als Jahresbeginn.
Ist Samhain dasselbe wie Halloween?
Nein. Halloween hat sich aus dem Abend vor Allerheiligen entwickelt und alte Samhain-Bräuche aufgenommen. Samhain selbst ist ein Fest des Übergangs und der Ahnen, kein Gruselfest.
Welche Kräuter räuchert man an Samhain?
Traditionell Beifuß und Wacholder. Auch Engelwurz wird gern verwendet, heute oft ergänzt durch Salbei.
Möchtest du die Pflanzen durchs ganze Jahr begleiten?
In der WildGrünKraft Akademie findest du meine Onlinekurse, vom "Wilde Wurzeln"-Kurs bis zu „Zum Frühlingserwachen“, und eine Gemeinschaft, die die Natur genauso liebt wie du.





Kommentare