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Sommersonnenwende: Jetzt sind diese 3 Pflanzen bereit

Linde, Johanniskraut und grüne Walnüsse haben jetzt ihr optimales Sammelfenster.


Linde, Johanniskraut und grüne Walnüsse sammeln zur Sommersonnenwende


Wir stecken mitten in der Sommersonnenwende. Eine Zeit, für die unsere Vorfahren so einiges an Ritualen aus dem Boden gestampft haben: Feuer wurden entzündet, Kräuterbündel gebunden, Paare sprangen Hand in Hand über die Flammen.


Für uns heute hat dieses Datum viel von seiner Bedeutung verloren.

Viele wissen nur noch, dass die Tage von jetzt an wieder kürzer werden.

Aber was dieses Datum sonst noch mit sich bringt, darauf möchte ich in diesem Artikel eingehen. Ich zeige dir drei wertvolle Pflanzen, die du genau jetzt sammeln kannst, und welche Superkräfte in ihnen wohnen:


  • Die Linde, mit den unterschiedlichen Blühzeiten von Sommer- und Winterlinde

  • Das Johanniskraut, das gerade in voller Blüte steht und wertvolles Öl für uns bereithält

  • Die grünen Walnüsse, die Johannisnüsse, eine Delikatesse, die du unbedingt probieren solltest


Starten wir direkt rein in diese wunderbare Zeit.


Auf einen Blick

Tippe oder fahr mit der Maus über eine Karte für den kurzen Sammel-Steckbrief.



Heute steht die Sonne am höchsten

Von hier an dreht sich das Jahr wieder zurück Richtung Dunkelheit. Manche zählen die Sonnenwendzeit nicht als einen einzigen Tag, sondern als ein Fenster von rund zwölf Tagen rund um den Wendepunkt, eine kurze Phase, in der angeblich besonders viel Kraft in den Pflanzen steckt.


Die Linde – zwei Schwestern, zwei Blühzeiten


Mitten im Juni öffnet die Sommerlinde als Erste ihre Blüten. Gelblich-weiße Trugdolden, die einen süßen, schweren Duft verströmen und Bienen von Weitem anlocken. Rund zwei Wochen später zieht die Winterlinde nach, ihre Blüten stehen dichter beieinander, fünf bis zwölf statt nur zwei bis fünf pro Dolde.

Am sichersten unterscheidest du die beiden über die Blattunterseite: Bei der Sommerlinde sitzen in den Nervenwinkeln weiße Haarbüschel, bei der Winterlinde sind sie bräunlich. Auch das Blatt selbst gibt Auskunft. Die Sommerlinde trägt größere, weichere Blätter mit deutlich behaarter Oberseite, die Winterlinde dagegen kahle, etwas kleinere Blätter mit einer auffallend blaugrünen Unterseite.

Zwei Wochen liegen zwischen den Schwestern. Genau in diesen zwei Wochen kannst du beide nebeneinander kennenlernen.

Was du aus den Blüten machst? Den Klassiker kennst du: Lindenblütentee, ein treuer Begleiter bei Erkältungen und zum Runterkommen am Abend. Probier daneben auch einen Lindenblütenhonig, einfach frische Blüten mit Honig ansetzen und ziehen lassen, oder leg die Blüten in helles Öl ein. Daraus wird über die Wochen ein mild duftendes Pflegeöl, wunderbar für trockene Haut.


Johanniskraut – das Sonnenkraut


Kaum eine Pflanze trägt ihren Namen so passend wie das Johanniskraut.

Es öffnet seine ersten Blüten oft genau pünktlich zur Sommersonnenwende, als hätte es die Sonne eingefangen und in sich aufgenommen. Du erkennst es an den fünf gelben Blütenblättern und den vielen Staubgefäßen, die beim Zerreiben einen roten Farbstoff abgeben, das Hypericin. Hältst du ein Blatt gegen das Licht, siehst du winzige durchscheinende Punkte. Das sind die Öldrüsen der Pflanze.

Im Winter, wenn das Licht knapp wird, greife ich gerne zu einem Tee aus getrocknetem Johanniskraut. Er hellt die Stimmung auf und holt sich ein Stück Sommer zurück in die dunklen Monate.

Das Beste aber, was ich aus dieser Pflanze herstelle, ist das Rotöl, das ich gerade jetzt ansetze. Normalerweise braucht ein Rotöl vier bis sechs Wochen Sonne, um seine tiefrote Farbe zu entwickeln. Wer es eilig hat, kann es aber auch deutlich schneller herstellen. Hier findest du ein kostenfreies Rezept inkl. welche Superkräfte in dem Öl wohnen.



Johannisnüsse – die kurze Erntezeit der grünen Walnuss


Um den Johannistag, also um den 24. Juni, hängen die Walnüsse noch grün und weich am Baum. Genau jetzt ist das Zeitfenster, in dem sich die Schale noch mit einem Zahnstocher durchstechen lässt und im Inneren noch kein harter Kern sitzt. Wartest du zu lange, verholzt die Schale, und die Nüsse eignen sich nicht mehr für die folgenden Rezepte.


Zwei Klassiker lassen sich aus den Johannisnüssen herstellen. Schwarze Nüsse sind eine alte Süßspeise: Die grünen Nüsse werden gewässert, damit sie ihre Bitterstoffe verlieren, und anschließend mehrfach in Zuckersirup eingekocht, bis sie eine tiefschwarze Farbe und eine weiche, fast lakritzartige Konsistenz annehmen. Eine Scheibe davon serviert man gerne zu Käse oder einer Kugel Vanilleeis, ein echter Geheimtipp für alle, die ihn noch nicht kennen.

Aus Italien kommt der Nocino, ein dunkler Walnusslikör. Die grünen Nüsse werden geviertelt oder durchstochen und mit Alkohol, Zimt und Gewürzen angesetzt. Über Wochen reift daraus ein warmer Verdauungsschnaps. Beide Rezepte brauchen anschließend Geduld, aber genau jetzt, in diesen wenigen Tagen um die Sonnenwende, beginnt für beide die Ernte.




Eine kurze Schwelle im Jahr


Nur wenige Menschen feiern die Sommersonnenwende noch mit Feuer und Tanz.

Aber die Pflanzen erinnern uns trotzdem daran, dass gerade jetzt etwas kippt: Das Licht hat seinen Höhepunkt erreicht, und von hier an wird jeder Tag ein kleines Stück kürzer.

Vielleicht ist das auch eine Einladung, einmal bewusst hinauszugehen. Eine Lindenblüte zu pflücken. Ein paar Johanniskrautblüten zwischen den Fingern zu zerreiben und zu sehen, wie sie rot werden. Oder die ersten Walnüsse vom Baum zu holen, solange ihre Schale noch weich ist.

Was sammelst du dieses Jahr zur Sonnenwende? Schreib es mir gern, ich bin neugierig.

Wilde GrüßeSandra



Diese drei Pflanzen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was gerade draußen wächst. Wenn dich das neugierig macht und du dich endlich ein Stück weit mit Wildpflanzen selbst versorgen möchtest, dann ist der Wildpflanzen-Wegweiser genau das Richtige.

Der nächste Start ist im Herbst 2026, ein ganzes Jahr voller Staunen und echter Naturkompetenz.

Melde dich gerne an, ich freue mich auf dich. https://deine.wildewerkstatt.de/warteliste



Quellen und Artikel:

Die Linde (Sommer- vs. Winterlinde)

Johanniskraut & Rotöl

Johannisnüsse, Schwarze Nüsse & Nocino

Sommersonnenwende & Brauchtum

 
 
 

2 Kommentare


Die Sommerlinde habe ich in der Nachbarschaft, hatte sie letztes Jahr getrocknet und Sirup gemacht. Johanniskraut habe ich hier noch nicht gesehen. Walnüsse muß ich mal suchen wer finde hat.

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WildeWerkstatt
WildeWerkstatt
vor 13 Stunden
Antwort an

Es ist die beste Zeit, sie zu finden. Viel Erfolg liebe Ramona!

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